Definition
Das Ansiedeln und die Vermehrung der larvalen Stadien von Schmetterlingen (Raupen) an Pflanzen, die zu Blattfraß, Frucht‑ oder Stängelschäden oder wirtschaftlichen Verlusten führen und eine Bekämpfung erfordern.
Prinzip
Prinzip
Larvendichten in Relation zur Kulturverträglichkeit und zum Entwicklungsstadium erfassen und Bekämpfungen auf Lebensstadien und Orte ausrichten, die höchste Wirksamkeit bei minimalen Nichtzielwirkungen und geringer Resistenzselektion erreichen.
Demonstration
Demonstration
Auf einem Maisfeld finden wiederholte Kontrollen mehrere Larvenstadien in der Pflanzenspitze, mit 30–40 % Blattverlust und Fraßspuren, was den gezielten Einsatz von Bacillus thuringiensis oder selektiven Insektiziden in frühen Stadien rechtfertigt.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Fehlende Timing‑Anpassung chemischer Spritzungen an späte Stadien oder umherwandernde Larven führt zu schlechter Kontrolle und unnötiger Umweltbelastung; nichtselektive Mittel können Nützlinge wie Vögel und räuberische Arthropoden dezimieren.
Konsequenz
Konsequenz
Richtiges Timing und selektive Taktiken reduzieren Fraßschäden, schützen Ertrag und Fruchtqualität und verzögern Resistenzbildungen; gesellschaftliche Akzeptanz und Kosten bestimmen die Wahl der Maßnahmen.
Umkehrung
Umkehrung
Erfolgt systematische Schonung von Parasitoiden und Entomopathogenen und der Einsatz von Lockpflanzen, bleiben Raupenzahlen unter wirtschaftlichen Schadensschwellen ohne direkte chemische Eingriffe.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich auf fraßende Lepidopterenlarven an Pflanzen; schließt Schäden durch adulte Falter (außer indirekt durch Eiablage), wurzel- oder stängelbohrende nichtlarvale Schädlinge und Vorratsschädlinge aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Eng verwandt mit »Entlaubung« als Ergebnis, unterscheidet sich jedoch durch die Festlegung des verursachenden Organismus und des Lebensstadiums; kann mit allgemeineren »Insektenschädlingen« verwechselt werden.
Synthese
Synthese
Raupenbefall ist das Anwachsen fraßender Lepidopterenlarven auf ein schadensrelevantes Niveau, das durch stadiumspezifische Überwachung und zeitlich gezielte, selektive Maßnahmen mit Erhalt der Nützlinge bekämpft wird.