Definition
Der Anteil oder die Zahl gepflanzter oder natürlich etablierter Setzlinge, die zu einem festgelegten Zeitpunkt nach Pflanzung oder Keimung noch leben, üblicherweise als Prozentsatz über ein definiertes Überwachungsintervall angegeben und beeinflusst durch Standortbedingungen, Pflanzenqualität und Nachpflanzpflege.

Prinzip

Prinzip
Das Überleben von Setzlingen wird bestimmt durch die Übereinstimmung von Art und Mikrostandort, die physiologische Qualität des Bestands bei der Pflanzung, Handhabungs‑ und Lagerungsstress sowie frühe Wechselwirkungen mit Klima, Konkurrenz, Schädlingen und Pathogenen; geringe Änderungen eines Faktors können große Unterschiede in kurzzeitigen Überlebensraten bewirken.

Demonstration

Demonstration
In einem Wiederaufforstungsversuch wurden 1 000 containerisierte Kiefernsetzlinge an einem gerodeten Hang gepflanzt; nach einer Vegetationsperiode waren 820 lebendig und als etabliert gezählt, was eine Überlebensrate im ersten Jahr von 82 % ergibt, die zur Planung von Bestandsdichten und Nachpflanzungen genutzt wurde.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Angabe eines einzelnen Überlebensprozentsatzes ohne Nennung des Überwachungszeitraums, der Pflanzmethode oder der Sterbeursachen (z. B. Erstmonatsüberleben mit langfristiger Etablierung gleichsetzen) führt zu irreführenden Schlussfolgerungen über den Projekterfolg.

Konsequenz

Konsequenz
Eine genaue Messung und Verbesserung des Setzlingsüberlebens verringert den Nachpflanzbedarf, senkt die Etablierungskosten und erhöht die Zuverlässigkeit, gewünschte Bestandsdichten und zukünftige Ertragsprognosen zu erreichen.

Umkehrung

Umkehrung
Setzlingssterblichkeit fokussiert auf die Ursachen und Muster des Absterbens statt auf das Verbleiben; hohe Sterberaten deuten auf Versagen bei Standortvorbereitung, Materialqualität oder Schutz hin und erfordern Korrekturmaßnahmen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für junge Pflanzen nach Keimung oder Pflanzung bis zu dem vom Anwender definierten Zeitraum (häufig erste Saison bis erste Jahre). Schließt Tests zur Samenkeimfähigkeit, Mortalitätsstatistiken ausgewachsener Bäume und Messungen des Wachstums oder Bestands jenseits des definierten Überlebensintervalls aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Es besteht eine Spannung zwischen kurzfristigem Überleben (Überleben der ersten Saison) und langfristiger ökologischer Etablierung (Fähigkeit, bis zur reproduktiven oder Kronenschicht zu wachsen) sowie zwischen der Angabe prozentualer Überlebensraten und absoluten Zahlen für Bewertungsziele.

Synthese

Synthese
Setzlingsüberleben quantifiziert das unmittelbare Fortbestehen neu etablierter Pflanzen unter bestimmten Standort‑ und Managementbedingungen; es verbindet die Arbeit von Baumschule und Feld und liefert einen praxisrelevanten Indikator zur Steuerung von Maßnahmen gegen frühzeitige Verluste.